Medienmitteilung • 11/11/2025

20 Jahre für die Rechte von Sans-Papiers

Die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Seit 20 Jahren setzt sich die Beratungsstelle für die Anliegen und die Rechte von Sans-Papiers ein. Jährlich führt sie mehr als 2000 Beratungsgespräche in Bern und Biel durch und leistet einen Beitrag zur Humanisierung des oft prekären Alltags von Sans-Papiers. Am 15. November feiert sie ihr Jubiläumsfest.

Entstehung der Beratungsstelle

Im Jahr 2001 machten Sans-Papiers in der Schweiz, auch in Bern, mit Kirchenbesetzungen auf ihre schwierige soziale und rechtliche Lage aufmerksam. Im Kanton Bern entschied daraufhin eine interkonfessionelle Arbeitsgruppe, sich für eine „Humanisierung des Alltags für Sans-Papiers“ einzusetzen. Sie empfahl als ersten Schritt, eine vertrauenswürdige Beratungsstelle einzurichten. Am 2. März 2005 wurde die Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers als unabhängiger, gemeinnütziger Verein gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten die Landeskirchen, die Gewerkschaft UNIA, die Demokratischen Juristinnen und Juristen, der Verein Medizinische Beratung für illegalisierte Frauen (MeBiF), weitere Unterstützungsorganisationen sowie das damalige Sans-Papiers-Kollektiv.

Engagement für die Rechte von Sans-Papiers

Die Beratungsstelle berät seit 20 Jahren Personen ohne Aufenthaltsbewilligung zu ihren grundlegenden Rechten. Dazu gehören zivilstandsrechtliche Fragen wie Geburtsregistrierung und Eheschliessungen, sie unterstützt beim Abschluss einer Krankenversicherung und begleitet Familien bei der Einschulung ihrer Kinder, um das Recht auf Bildung zu gewährleisten. Darüber hinaus begleitet sie Personen bei der Einreichung von Gesuchen zur Regularisierung ihres Aufenthalts. Im letzten Jahr führte sie 2024 Beratungsgespräche. Jede Woche findet ein Beratungsnachmittag ohne Voranmeldung in Bern und alle zwei Wochen ein Beratungsnachmittag in Biel statt. In der offenen Beratung werden die Mitarbeiterinnen durch Freiwillige unterstützt. An den anderen Tagen finden Beratungen nach Terminvereinbarung statt. Neben der Beratungstätigkeit sensibilisiert die Stelle bezüglich der rechtlichen und sozialen Situation von Sans-Papiers und setzt sich auch auf politischer Ebene für den Zugang zu grundlegenden Rechten ein. Jährlich veranstaltet sie den Solidaritätslauf für Sans-Papiers in der Berner Altstadt.

Jubiläumsfest

Am 15. November findet das Jubiläumsfest der Beratungsstelle in der PROZESS Kultur und Bar in Bern statt. Am Nachmittag gibt es ein Familienkonzert mit der Band Schorsch & Oskar und eine Darbietung des Musikers IGOR. Am Abend treten die Spoken-Word-Künstlerin Fatima Moumouni, Lo&Leduc und Freunde sowie das libanesische Duo RUST auf. Der Eintritt für das Nachmittags- und Abendprogramm ist nach Anmeldung über die Webseite der Beratungsstelle möglich. Die Platzzahl ist begrenzt: sanspapiersbern.ch/jubilaeum.

Folgende Personen werden zudem eine Rede am Jubiläumsfest halten:

  • Franziska Teuscher, ehem. Gemeinderätin der Stadt Bern
  • Judith Pörksen-Roder, Synodalsratpräsidentin der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn
  • René Löffler, Mitglied katholischer Landeskirchenrat
  • Marianne Kilchenmann, erste Stellenleiterin der Beratungsstelle
  • Jacob Schädelin, ehemaliger Präsident der Beratungsstelle (Gründung)
  • Anne-Marie Saxer-Steinlin, ehemalige Vizepräsidentin der Beratungsstelle (Gründung)
  • Alexandra Büchler, Präsidentin der Beratungsstelle

Kontakt: Karin Jenni, Co-Leiterin Beratungsstelle, karin.jenni@sanspapiersbern.ch, Tel: 079 794 62 28