Mitgliederversammlungen

2017: Globale Bewegungsfreiheit

Mittwoch, 17. Mai 2017, 20 Uhr
(vorher Mitgliederversammlung um 18.15 Uhr)

Ort: Kirchgemeindehaus Le CAP, Predigerstasse 3, 3011 Bern

Referat von Dr. Andreas Cassee, Autor von „Globale Bewegungsfreiheit – Ein philosophisches Plädoyer für offene Grenzen“

Die Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit innerhalb eines Staates ist ein anerkanntes Menschenrecht. Ein Recht auf grenzüberschreitende Bewegungs- und Niederlassungsfreiheit sieht das geltende Völkerrecht hingegen nicht vor. Gibt es eine überzeugende Rechtfertigung für diese Asymmetrie? Oder sollten Menschen grundsätzlich frei entscheiden dürfen, in welchem Land der Welt sie leben wollen? Andreas Cassee gibt einen fundierten Überblick über die migrationsethische Debatte der letzten 30 Jahre und bezieht zugleich Stellung für eine Position, die die individuelle Selbstbestimmung über den eigenen Aufenthaltsort ins Zentrum stellt.

Anschliessend Diskussion

2016: Wir alle sind Bern

Urban Citizenship und Vernetzung

Do, 12. Mai 2016, 20 Uhr, Le Cap, Predigergasse 3, 3011 Bern
(vorher Mitgliederversammlung um 18.15 Uhr)

20 Uhr Film ab! für Sans-Papiers – Kurzfilme
20.30 Uhr: Inputreferate zu Urban Citizenship von:

Katharina Morawek, Geschäftsleiterin Shedhalle, Mitinitiatorin von „Wir alle sind Zürich“,
Rohit Jain, Migrations- und Rassismusforscher, Co-Präsident Stiftung Gertrud Kurz,
anschliessend Diskussion.

Eine Veranstaltung der Berner Beratungsstelle für Sans-Papiers.

Der Kurzfilmwettbewerb der Beratungsstelle verband Kunst und Politik. Ein spannendes, aktuelles Beispiel für politisch-kulturelle Vernetzung im Bereich der Migrationspolitik ist das Projekt der Shedhalle „Die ganze Welt in Zürich“. Im Fokus stehen die rechtliche, politische, soziale und kulturelle Teilhabe und die Frage, wie eine Stadtbürger_innenschaft umgesetzt werden könnte. Dieses Konzept der Urban Citizenship war auch ein Thema der Vernetzungsplattform „Wir alle sind Zürich“, die rund um den 1. Migrant_innenkongress in Bern 2015 entstand.

Katharina Morawek und Rohit Jain stellen an der Veranstaltung das Konzept der Urban Citizenship vor und berichten von den Projekten in Zürich. Anschliessend sind alle eingeladen, diese Erfahrungen zu diskutieren und allenfalls ein ähnliches Projekt in Bern anzudenken.

Mehr Infos: hier.

2015: L'Abri - Ein Film von Fernand Melgar

Wann: 19. Mai 2015, 20 Uhr, anschliessend Diskussion evt. in Anwesenheit des Regisseurs
Wo: im Kino in der Reitschule, Neubrückstrasse 8, Bern
vorher um 18.15 Uhr: Mitgliederversammlung

Nach «La Forteresse» (2008) und «Vol Spécial» (2011) der dritte Teil der Trilogie, die der Dokumentarfilm-Regisseur Themen um Immigration und Identität gewidmet hat: Eine unterirdische Zivilschutz-Anlage in Lausanne bietet im Winter Schlafplätze für Obdachlose an, jedenfalls für 50 von ihnen – Frauen und Kinder zuerst –, denn Abend für Abend erhalten einige von ihnen keinen Zutritt und müssen sich auf eine lange Nacht gefasst machen. Einmal mehr schildert Melgar eine unerträgliche Situation, ohne Stellung zu beziehen, aus den verschiedenen Perspektiven, und stellt unaufdringlich eine Frage: Ist die Würde des Menschen wirklich unantastbar?

2014: Illegaler Aufenthalt - Das Leben als „Dauerdelikt“?

Anschliessend an die diesjährige Mitgliederversammlung findet eine öffentliche Veranstaltung zum Thema des „illegalen Aufenthalts“ statt.

Wann: Mittwoch 30. April 2014, 18.15 Uhr Mitgliederversammlung, 20 Uhr öffentliche Veranstaltung

Wo: Kirchgemeindehaus Le Cap, Predigergasse 3, 3011 Bern

mit
Peter Albrecht, Prof. für Stafrecht an der Universität Bern
Sandy Meta, verurteilt wegen rechtswidrigem Aufenthalt
Alexandra Büchler und Marianne Kilchenmann, Beraterinnen
Die Veranstaltung thematisiert das Dauerdelikt des “illegalen Aufenthaltes”, die Folgen davon und mögliche Auswege daraus.

Gemäss Ausländergesetz Artikel 115b wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe bestraft, wer sich “rechtswidrig, namentlich nach Ablauf des bewilligungsfreien oder des bewilligten Aufenthaltes, in der Schweiz aufhält.” Beim Strafbestand des illegalen Aufenthaltes handelt es sich um ein Dauerdelikt. Denn wer nach Verbüssen des Urteils das Land nicht verlässt, macht sich erneut strafbar. Wer also als Sans-Papiers in der Schweiz lebt, macht sich eigentlich in jedem Moment strafbar, kann verhaftet und verurteilt werden. Dies nicht nur einmal, sondern immer und immer wieder. Der Staat bestraft damit Menschen für ihre blosse Existenz.

 

2013: Sans-Papiers in Privathaushalten - illegalisiert aber selbstbestimmt

Mittwoch, 22. Mai 2013, 20 Uhr
Kirchgemeindehaus Le CAP, Predigergasse 3, 3011 Bern

Mit:
Frau M., arbeitet in Privathaushalten
Frau E., arbeitet in Privathaushalten
Frau S., Arbeitgeberin
Alex Knoll, Mitautor der Studie „Wisch und weg! Sans-Papiers- Hausarbeiterinnen zwischen Prekarität und Selbstbestimmung“

Frauen ohne Aufenthaltsbewilligung arbeiten häufig in Privathaushalten. Laut Schätzungen beschäftigt im Kanton Zürich jeder 17. Haushalt eine Sans-Papiers-Hausarbeiterin. Sie erledigen Reinigungsarbeiten und übernehmen Betreuungs- und Pflegeaufgaben. Ihre Arbeits- und Lebensbedingungen sind oft prekär, viele nehmen das jedoch in Kauf mit der Absicht sich aus eigener Kraft eine bessere Zukunft zu schaffen. Sans-Papiers-Hausarbeiterinnen leisten einen beträchtlichen Teil der Reproduktionsarbeit und ermöglichen es dadurch ihren ArbeitgeberInnen erwerbstätig zu sein. Die Tatsache, dass häufig Frauen ohne Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung diese Arbeit machen, zeigt den nach wie vor tiefen Stellenwert von Care-Arbeit in unserer Gesellschaft auf. Diese Veranstaltung soll Einblick geben in die Alltagsrealität von illegalisierten Hausarbeiterinnen und die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Hintergründe des globalisierten Sektors Hausarbeit beleuchten.